Locked in
Amy war 15, als sie fast tot geprügelt wurde. Sie hat überlebt, liegt jedoch seit 15 Jahren im Wachkoma im Krankenhaus. Alex war eine hoch angesehene Journalistin, die sich jetzt als alkoholabhängige Freiberuflerin durchschlägt. Als sie über die
Wachstation berichtet, begegnet sie Amy, erinnert sich an den Fall und beginnt zu recherchieren. - Schon wieder ein alkoholabhängiger Ermittler, mag man denken. Doch hier ist dies kein Attribut, um einem blassen Protagonisten Charakter zu verleihen, sondern schonungslose Peinlichkeit und Verzweiflung. Man begleitet Alex und Jacob, Amys Freund aus Teenagerjahren, bei ihren Recherchen im Jahr 2010. Auch Amy selbst kommt zu Wort - sie ist nämlich keineswegs "weg", sondern, wie der Titel "Locked in" ankündigt, in ihrem Körper eingeschlossen. Ein gut geschriebener und spannender Roman. Empfohlen für große Bestände. (Übers. : Astrid Finke)
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Locked in
Holly Seddon
Heyne (2016)
429 S.
kt.