Mr. Gwyn

Obwohl Jasper Gwyns Werke in ganz England gelobt werden, beschließt der Autor eines Tages seinen Abschied vom Literaturbetrieb. Viele Monate lang treibt er ziellos umher, einerseits getrieben vom Drang zu schreiben, andererseits unwillig, in sein Mr. Gwyn altes Leben zurückzukehren. Allmählich jedoch kristallisiert sich heraus, wie Mr. Gwyn seine Zukunft gestalten möchte: als Kopist wird er versuchen, Porträts zu erstellen, nicht gemalte, sondern geschriebene, aber mit gleicher Abbildungskraft. Nach gründlichen Überlegungen, wie dieses komplizierte Unterfangen umgesetzt werden könnte, beginnt Mr. Gwyn mit der Einrichtung seines Ateliers, in dem er seinen Kunden derart nahekommen kann, dass er den Kern ihrer Persönlichkeit erfassen und zu Papier bringen kann. Seine unkonventionellen und intensiven Methoden schaffen Porträts, die die persönlichsten Seiten der Empfänger zutage bringen. - Kurze Zeit nach Veröffentlichung des Romans verfasste der italienische Autor ein Selbstporträt des Protagonisten, das als "Buch im Buch" in der deutschen Übersetzung enthalten ist. Sowohl dieses Porträt als auch der ursprüngliche Roman überzeugen durch ihre durchweg ästhetische und wirkungsvoll eingesetzte Sprache. Sehr originell, gerne zu empfehlen. (Übers.: Annette Kopetzki)

Marlene Knörr

Marlene Knörr

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Mr. Gwyn

Mr. Gwyn

Alessandro Baricco
Hoffmann und Campe (2016)

315 S.
fest geb.

MedienNr.: 818149
ISBN 978-3-455-40561-3
9783455405613
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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