Smith & Wesson
Tom Smith und Jerry Wesson lernen sich bei den Niagarafällen kennen, wo der eine, ein flüchtiger Betrüger, sich als Erfinder und Meteorologe ausgibt, während der andere als "Leichenfischer" arbeitet, d.h., er fischt die Leichen der Selbstmörder
aus dem Wasser. Der selbst ernannte Meteorologe hat seine eigene Methode, um das Wetter vorherzusagen, die er patentiert hat und Wesson genau erklärt. Wesson wiederum kennt seine Wasserfälle und die dortige Wetterlage genau und weiß, wohin die Toten getrieben werden. Zu ihnen stößt die Journalistin Rachel, die davon träumt, zu schreiben und berühmt zu werden. Sie hat die Idee zu einer aufsehenerregenden Story: Sie will der erste Mensch sein, der einen Sturz von den Fällen überlebt. Zu dritt wollen sie der Welt eine unvergessliche Geschichte liefern und zu Helden werden. Sie scheinen genau zu wissen, was sie zu tun haben ... - Ein für das Theater wie ein Musikstück in zwei Akten und acht Sätzen in Dialogen mit Regie-Anweisungen geschriebenes kleines Büchlein, das 1902 an den Niagara-Fällen spielt. Smith & Wesson steht hier nicht mehr für Pistolen, sondern für eine absurde Geschichte über das Leben, Mut und Rebellion und über die Bedeutung des Schreibens und der Erinnerung. Baricco glänzt immer wieder mit ungewöhnlichen Ideen, die überaus unterhaltsam sind. (Übers.: Annette Kopetzki)
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Smith & Wesson
Alessandro Baricco
Hoffmann und Campe (2016)
110 S.
fest geb.