Die Überflüssigkeit der Dinge
Ina lebt mit Falk in einer WG. In heiter-ironischem Ton philosophieren die beiden über das Sterben, kochen zusammen, gehen feiern. In der WG herrschen eingefahrene Routinen und eine unterschwellige Erotik, die beide nicht missen wollen. Doch spürt
der Leser unter der oberflächlichen Sorglosigkeit Inas Verletzlichkeit: ihre Angst, nicht zu genügen, falsche Entscheidungen getroffen zu haben, zurückgewiesen zu werden. Als ihre Mutter, eine erfolglose Schauspielerin, bei einem Autounfall stirbt, will sie ihren Vater, einen Theaterregisseur, den sie nie kennengelernt hat, suchen. "Eine kleine, schwachsinnige Sehnsucht überfiel mich, nach einem neuen, einem ganz anderen Leben". Sie nimmt einen Aushilfsjob im Theater an, verliebt sich dort in eine junge Schauspielerin, von der sie allerdings schnell wieder verlassen wird. Die Autorin erzählt in ihrem Romandebut sehr einfühlsam von einer Identitätssuche, von den Sehnsüchten einer Frau, ihren Weg und die Liebe zu finden.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Überflüssigkeit der Dinge
Janna Steenfatt
Hoffmann und Campe (2020)
236 Seiten
fest geb.