Das verborgene Genie
James Watson und Francis Crick postulierten eine Doppelhelix als Molekularstruktur der DNS und erhielten dafür den Nobelpreis für Medizin. Aber die beiden Menschen, die die Grundlage für die Entschlüsselung der DNS-Struktur lieferten, Rosalind
Franklin und Raymond Gosling, wurden für ihre Forschung nicht gewürdigt. Dieses Buch berichtet vom privaten Leben dieser Frau, von ihren Kämpfen in einer männerbesetzten Domäne, von ihren Erfolgen und der großen Niederlage. Die Autorin schreibt eine ganze Reihe von historischen Biografien über „vergessene“ Frauen - etwa „Frau Einstein“ oder „Lady Churchill“. Durch die Ich-Perspektive sind die Leser:innen mitten drin im Geschehen, aber zugleich muss die Autorin Ereignisse, Emotionen, Mimik für eine reale Person erfinden, was befremdlich ist. Zudem ist das Buch leider nicht fesselnd geschrieben. Empfohlen nur bei besonderem Interesse.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Das verborgene Genie
Marie Benedict ; aus dem Englischen von Kristin Lohmann
Kiepenheuer & Witsch (2024)
347 Seiten
kt.