Der Sommer, in dem alles begann
Marguerite, Literaturdozentin an der Pariser Sorbonne, folgt ihrem Mann, einem berühmten Schriftsteller mit Schreibblockade in die Bretagne, wo er auf Inspiration hofft und sie eine Vertretungsstelle am örtlichen Gymnasium annimmt. Dort lernt sie
die begabte 16-jährige Hélène kennen und fördert sie. Hélène schwärmt für ihre elegante Pariser Lehrerin, doch der Rest des Ortes bleibt der Fremden gegenüber distanziert, vor allem die Betreiberin des kleinen Supermarktes, die Witwe Odette Tanguy. Bretonische Kultur, Sprache und Traditionen werden von der Autorin beschrieben, aber nicht als Idylle. “Wissen Sie, die Steine findet man hier nicht nur in der Landschaft, sondern auch in den Herzen.“ Man begegnet vielen Vorurteilen und kleingeistigem Denken. – Der Roman beginnt und endet mit Beerdigungen. Dazwischen wird in Rückblenden das Schicksal dreier Frauen erzählt. Ein schöner Sommer, der jedoch für die drei Frauen dramatisch endet.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Sommer, in dem alles begann
Claire Léost ; aus dem Französischen von Stefanie Jacobs und [einem weiteren]
Kiepenheuer & Witsch (2024)
235 Seiten
fest geb.