Die Kriege der Gegenwart und der Beginn einer neuen Weltordnung

Der ehemalige Bundesaußenminister sieht in seiner Analyse einen Übergang von der unipolaren Welt dominiert durch die USA nach dem Ende des Kalten Krieges zu einer Weltunordnung. Den Beginn dazu datiert er auf den 24.2.2022 mit dem Angriff Russlands Die Kriege der Gegenwart und der Beginn einer neuen Weltordnung auf die Ukraine. Eine Weltordnung werde nicht übergangslos durch eine neue Weltordnung abgelöst. Sondern in einer Übergangsphase würden mehrere Supermächte um die Vorherrschaft kämpfen bis sich eine neue Weltordnung herausgebildet habe. In diesem Kampf sieht Fischer aktuell China, Russland und die USA. Bis dahin besteht für ihn ein weltweites Chaos als Ordnungsprinzip. Für Europa gäbe es nur eine Wahl zwischen einer massiven Verteidigungsfähigkeit oder der Unterwerfung (S. 167f). Dabei hält Fischer Europa für "reich, alt und schwach" (S. 181). Er plädiert für eine massive Aufrüstung, da eine militärische Gefahr für Europa durch Russland bestehe und auf der anderen Seite die USA unter Präsident Trump nicht mehr zur Verteidigung Europas gewillt sei. Die Begründung dafür sei, dass die Regierungen in den USA nach dem Ende des Kalten Krieges eine Hybris an den Tag legten und meinten, militärisch die Demokratie auf der Welt verbreiten zu müssen. Die Hauptlast trugen die späteren Trump-Wähler, die dessen müde wurden und in Trump jemanden sahen, der den Militäreinsätzen ein Ende bereitet. – Das Buch ist eine kluge und engagierte Schrift, die Europa wachrütteln will. Für politisch Interessierte einsetzbar.

Helmut Lenz

Helmut Lenz

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Kriege der Gegenwart und der Beginn einer neuen Weltordnung

Die Kriege der Gegenwart und der Beginn einer neuen Weltordnung

Joschka Fischer
Kiepenheuer & Witsch (2025)

222 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 621191
ISBN 978-3-462-00776-3
9783462007763
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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