Kindheit ohne Gepäck

Eltern wollen das Beste für ihr Kind, doch ihr Verhalten widerspricht mitunter ihren guten Absichten. Das könne auf transgenerationale Verstrickungen hinweisen, sagt die systemische Familienberaterin Carina Thiemann. Sie bezieht sich auf die Familiensystemtheorie Kindheit ohne Gepäck von Murray Bowen, nach der Erziehungsstile, Traumata etc. an die nächsten Generationen weitergegeben würden. Es sei möglich, dies zu unterbrechen, schädliche Muster aufzuspüren, emotionale Wunden zu versorgen und Schuld- und Schamgefühle aufzugeben. Mit Beispielen aus ihrer Praxis bietet Thiemann Einblicke in transgenerationale Zusammenhänge und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Dafür seien Methoden wie die Glaubenssatz-Klopftechnik, Genogramm- oder Aufstellungs-Arbeit oder Innere-Kind-Arbeit geeignet (weiterführende Anleitungen sind über QR-Codes zugänglich). Das Buch macht es der Leserin nicht leicht. Es springt vielfach hin und her, wiederholt sich und streift manches nur im Überblick. Theoretisch scheint vieles machbar, praktisch aber stellte es eine ziemliche Herausforderung dar. Die Methoden sind – ohne Begleitung – nicht ohne weiteres zu empfehlen. Seit 2020 begleitet Thiemann Eltern und Fachkräfte über ihr Unternehmen weltvonunten.

Christiane Raeder

Christiane Raeder

rezensiert für den Borromäusverein.

Kindheit ohne Gepäck

Kindheit ohne Gepäck

Carina Thiemann
Kösel (2025)

250 Seiten : Ilustrationen (überwiegend farbig)
kt.

MedienNr.: 621642
ISBN 978-3-466-31229-0
9783466312290
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Pä
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