Der Grantige

"Ich bin ja so grantig geworden ...". So fängt jedes Kapitel dieses unterhaltsamen, episodischen Romans an. Der namenlose Grantige ist ein etwa 80-jähriger Finne, der alleine in seinem Haus auf dem Land wohnt. Nachdem er sich sein Leben lang auf Der Grantige typisch finnische Art in Schweigen gehüllt hat, entdeckt er erst, als er keinen mehr zum Reden hat, sein dringendes Mitteilungsbedürfnis. Also fängt er an, Leserbriefe an Zeitungen zu schreiben und tagebuchähnliche Betrachtungen über das moderne Leben zu verfassen. Als Vertreter einer Generation, die im Zweiten Weltkrieg an die Front musste und es gewohnt ist, von und mit der Natur zu leben, stellt er vieles in der heutigen hochtechnologisierten Gesellschaft infrage. Er empört sich über die übermäßige Nutzung von Handys, die Politiker oder die moderne Ernährung mit ihren fremdartigen importierten Lebensmitteln. Das finnische Original des Romans von 2010 basiert auf einer Sendereihe für das Radio. Inzwischen gibt es den Grantigen auf allen Kanälen in Finnland, auch als Theaterstück und Kinofilm. Der Übersetzer und unermüdliche Vermittler finnischer Literatur in Deutschland, Stefan Moster, hat die Gedanken des alten Herrn souverän ins Deutsche übertragen. Es ist der dritte Roman von Tuomas Kyrö in deutscher Sprache (zul. Kunkku, BP/mp 15/112). Gerne empfohlen, mit seinen abgeschlossenen Kapiteln ist das kurzweilige Buch auch ideal zum Vorlesen und Diskutieren, z. B. im Seniorenheim. (Übers.: Stefan Moster)

Maria Holgersson

Maria Holgersson

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Grantige

Der Grantige

Tuomas Kyrö
List (2017)

167 S.
fest geb.

MedienNr.: 863330
ISBN 978-3-471-35153-6
9783471351536
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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