Irgendwen haben wir doch alle auf dem Gewissen
Die berüchtigten Cunninghams sind angespannt. In einem verschneiten Skiresort findet ihr erstes Familientreffen statt, seit Ernest seinen Bruder drei Jahre zuvor wegen Mordes angeklagt hat. Als dann am Morgen des zweiten Tages auch noch eine Leiche
auftaucht, kippt die Stimmung endgültig. Nun liegt es an Ernest, den Fall möglichst schnell aufzuklären, bevor weitere Personen zu Schaden kommen. - Auf den ersten Blick klingt das alles wie ein typisches Cosy-Crime Buch: gemütliche Atmosphäre, begrenzte Zahl an Verdächtigen und anstatt der Polizei ermittelt eine Privatperson. Doch beim Lesen fällt schnell auf, dass dieses Buch außergewöhnlich ist. Der Erzähler Ernest ist Autor für Anleitungen zum Krimischreiben und deshalb bestens bekannt mit den eben angesprochenen Klischees. Im Buch spricht er den Leser direkt an und weist auf solche typischen Merkmale hin, wodurch der Erzählstil sehr unterhaltsam ist. Genauso ungewöhnlich wie dieser sind auch die Charaktere der Geschichte. Alle Cunninghams haben in der Vergangenheit bereits gemordet, weshalb wirklich jeder zu den Verdächtigen zählt. Der Krimi bietet also alles, was man aus Romanen wie denen von Agatha Christie kennt. Zusätzlich beinhaltet er innovative Erzähltechniken und überraschende Wendungen und ist deshalb für alle Bestandsgrößen zu empfehlen.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Irgendwen haben wir doch alle auf dem Gewissen
Benjamin Stevenson ; aus dem Englischen von Robert Brack
List (2023)
Die mörderischen Cunninghams ; [1]
380 Seiten
kt.