Das Camp
Der zwielichtige Kölner Barbesitzer Wout Meertens hat den abgelegenen Campingplatz „Camp Donkerbloem“ gekauft und seinen Freund Tayfun als Verwalter eingesetzt. Für den ehemaligen Boxer wird der Ort mit seiner grausamen Vergangenheit zu einem
Platz des Rückzugs. Während hier scheinbar ein ruhigeres Kapitel beginnt, geraten in Deutschland Menschen ins Visier eines Auftragskillers – allesamt Hindernisse für die ehrgeizigen Projekte des mächtigen Hamburger Immobilienmoguls Gernot Weber. Als auch die Hamburger Kommissarin Frieda Stahnke in dessen Fokus gerät, bleibt ihr nur ein Zufluchtsort: Camp Donkerbloem, wo sie bei Tayfun Schutz sucht. Wout, der Frieda zutiefst misstraut, reagiert wütend, doch Tayfun lässt sich nicht beirren. Zwischen ihm und Frieda entsteht eine vorsichtige Annäherung, während in Köln Wouts Untermieterin Kathinka, eine IT-Expertin, gemeinsam mit einem befreundeten Hacker tief – und nicht immer legal – in die dunklen Sphären des Internets eintaucht und brisante Machenschaften aufdeckt. Die Ereignisse spitzen sich unaufhaltsam zu und münden in eine Reihe gefährlicher Entwicklungen, die schließlich in einem überraschenden Finale gipfeln. – Der zweite Band der Thriller-Trilogie knüpft direkt an seinen Vorgänger („Der Trailer“: BP/mp 25/977) an, lässt sich jedoch auch eigenständig lesen. Mit souveränem Stil, kurzen Kapiteln und wechselnden Perspektiven entfaltet der Autor eine dichte, spannungsgeladene Handlung. Atmosphärisch eindringlich und mit facettenreich gezeichneten Figuren entwickelt Geschke eine vielschichtige, raffiniert konstruierte Geschichte über Machtmissbrauch und moralische Grenzüberschreitungen. Ein effektvoller, abgründiger Thriller – nichts für zarte Gemüter, sondern für Leserinnen und Leser, die auch vor schonungslosen und verstörenden Szenen nicht zurückschrecken.
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Camp
Linus Geschke
Piper (2026)
Donkerbloem ; Band 2
407 Seiten
kt.