Beifang
Im hochsommerlichen Triest macht sich Commissario Proteo Laurenti Gedanken wegen seiner bevorstehenden Pensionierung. Gerade hat er seinen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand unterschrieben, als er beim morgendlichen Angeln nahe der Segelyacht A,
die seit den Sanktionen gegen Russland im Hafen von Triest festgesetzt ist, eine tote Skipperin aus dem Wasser fischt. Ein interessanter neuer Fall, der den Commissario von seinen trüben Gedanken ablenkt, denn eigentlich hat er noch gar keine Lust, mit der Arbeit aufzuhören. In der Nacht hat es einen Anschlag auf die Segelyacht A gegeben. Hat die Leiche damit etwas zu tun? Laurenti und sein Team finden heraus, dass die Skipperin nicht durch einen Unfall ums Leben gekommen ist, sondern ermordet wurde. Sie beginnen die beiden Fälle miteinander zu verknüpfen und stoßen bei ihren Recherchen auf ein Geflecht aus Gefälligkeiten, Eigeninteressen und Hinterzimmerdeals, in das ganz Triest verwickelt scheint. – Auch in seinem zwölften Kriminalroman mit dem Triestiner Commissario versucht Veit Heinichen wieder, die gesellschaftlichen Vorgänge und politischen Verstrickungen seiner geliebten langjährigen Wahl-Heimat Triest als Schnittstelle zwischen österreichischer, slawischer und italienischer Kultur transparent zu machen. Gewalt und Action spielen dabei neben der dominanten Hauptfigur, vielen bekannten Figuren von früher und dem atmosphärisch gut gezeichneten Schauplatz Triest nur Nebenrollen, auch die Spannung kommt etwas zu kurz. Alles in allem aber ein unterhaltsames und humorvolles Buch, das nicht nur Fans des Triestiner Commissario sehr zu empfehlen ist.
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Beifang
Veit Heinichen
Piper (2024)
299 Seiten
fest geb.