Ein Vogel namens Schopenhauer

Der griesgrämige Matteo lebt in seiner Gartenlaube in der Toskana, liest philosophische Bücher, gärtnert oder stänkert. Nur seine Nachbarin Leyla besucht ihn ab und zu. Als eines Tages ein großer verletzter Vogel, den er Schopenhauer nennt, in Ein Vogel namens Schopenhauer seinem Garten landet, kümmert sich Matteo liebevoll um ihn. Doch Leyla weiß, dass es sich bei dem Tier um einen Waldrapp, eine fast ausgestorbene Spezies, handelt. Schweren Herzens bringt Matteo den Vogel in einem Fahrradanhänger über die Alpen zurück in die Nachzuchtstation in Bayern, aus der er stammt. Auf dieser Reise verarbeitet Matteo den Tod seiner Tochter und die Trennung von seiner Frau. Er trifft auf nette Menschen und verwandelt sich in einen geselligen Zeitgenossen. – Diesbrock verleiht seinen Figuren individuelle Charakterzüge, indem er z.B. die eigenbrötlerische Hauptfigur Matteo in Verbindung mit einer hässlichen Vogelart bringt, die aber, mythologisch gesehen, den Menschen helfen, sich selbst zu finden. Daran orientiert sich auch die Handlung, die entlang Matteos Reise durch Mitteleuropa erzählt ist. Das Buch kann dazu animieren, den eigenen Horizont zu verlassen und aus der geistig-theoretischen Welt in das reale Erleben einzutauchen.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Ein Vogel namens Schopenhauer

Ein Vogel namens Schopenhauer

Tom Diesbrock
Piper (2024)

332 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 753225
ISBN 978-3-492-07222-9
9783492072229
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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