Kentucky
USA 2016: Owen Callahan arbeitet als Grünpfleger an der Universität, um Kurse in kreativem Schreiben finanzieren zu können. Er trifft Alma, die an der Uni eine Autorenresidenz innehat, aus Bosnien stammt und aus reichem Hause. Owen lebt bei seinem
Großvater im Keller, zum Haushalt gehört auch sein Onkel Cort, ein Trump-Anhänger. Viel passiert in diesem Roman nicht: Alma und Owen werden ein Paar, sie lernt seine und er ihre Familie kennen. Es gibt Partys und Probleme, als Alma Owens Text liest, der sie und ihre Familie thematisiert. Owen erhält ein Stipendium und will nach Florida gehen. Der Roman erzählt sehr literarisch von Alltäglichem. Das ergibt ein zum Teil langweiliges, zum Teil aber auch deprimierendes Bild der US-Südstaaten kurz vor Trumps Wahl zum Präsidenten. Anzumerken ist noch, dass keine Anführungszeichen verwendet werden und das bei gefühlt 90 % Dialog, und der sehr klein gedruckte Text auf über 400 Seiten anstrengend zu lesen ist. Lesenswert für diejenigen, die sich für literarische Gesellschaftsporträt interessieren.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Kentucky
Lee Cole ; aus dem Englischen von Jan Schönherr
Rowohlt Hundert Augen (2023)
413 Seiten
fest geb.