Adikou

Die 22-jährige Adikou ist voller Wut, weil sie sich in Europa nicht zugehörig fühlt. Sie wird immer wieder gefragt, ob sie französisch ist oder afrikanisch, oder schwarz oder weiß. Das Gefühl der Zurückweisung und die Sehnsucht nach Harmonie Adikou münden in den Wunsch, die Wurzeln ihres verschwundenen Vaters zu erkunden. Sie ist eine entwurzelte Migrantin, die sich von den Schatten ihrer versklavten Ahnen nicht lösen kann. Daher beschließt sie plötzlich in einem heißen Sommer, ihren Geburtsort und den Herkunftsort ihres togolesischen Vaters zu besuchen, um herauszufinden, wohin sie gehört. Auf ihrem Roadtrip von Paris nach New York und entlang der westafrikanischen Küste durch Togo, Ghana und Benin begleitet sie eine namen- und körperlose Erzählerin, die ihre Geschichte aufschreiben soll. Begegnungen mit eingebildeten und echten Verwandten, sowie Fahrten in Dörfer in Gabun und Benin wechseln mit Rückblicken in ihr Leben in Europa und den USA mit ihrem Alltagsrassismus, der sie ärgert. In einer bilderreichen Sprache schildert Adikou ihre vergebliche Suche und ihre unkontrollierbare Wut darüber, dass sie sich nirgends zugehörig fühlt. Kein leichter Text mit dem ständigen Wechsel zwischen Realität und Vorstellung, mit magischen, halluzinatorischen Bildern, doch für Interessierte an Rassismusproblemen und Identitätssuche eine lohnende Lektüre.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Adikou

Adikou

Raphaëlle Red ; aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky
Rowohlt (2024)

221 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 620753
ISBN 978-3-498-00382-1
9783498003821
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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