Drei Lichtjahre

Liebe kann eine komplizierte Angelegenheit sein, besonders wenn die Beteiligten schon älter sind und schmerzhafte Erfahrungen gemacht haben. Claudio ist Anfang vierzig, Arzt und geschieden. Unfähig zu Entscheidungen lebt er immer noch im gleichen Drei Lichtjahre Haus wie seine Mutter und seine Ex-Frau. Cecilia ist auch Ärztin und geschieden, hat zwei Kinder. Sie lernt Claudio kennen, als ihr Sohn im Krankenhaus liegt. Die beiden gehen mehr als zwei Jahre lang zusammen mittags essen, ohne dass es zu einer Liebeserklärung kommt. Claudio traut sich nicht und zweifelt an seinen Gefühlen. Cecilia ist von der Organisation ihres Alltags als berufstätige Alleinerziehende vollkommen aufgerieben, sodass sie ihrem schüchternen Verehrer nicht helfen kann, obwohl sie sich durchaus körperlich näher kommen. Dann gibt es noch Sylvia, Cecilias Schwester, alleinstehend, aber auf der Suche nach einem Partner. Sie erlebt mit Claudio einen One-Night-Stand, wird schwanger und denkt an eine Abtreibung. Dazu kommt es aber nicht ... - Intensiv werden die Gedanken und Gefühle aller Beteiligten dargestellt, fast wirkt es selbstquälerisch und schwermütig. Von der lebenslustigen Leichtigkeit von Patchworkfamilien oder Singles, die heute häufig beschrieben wird, ist diese Geschichte meilenweit entfernt. (Übers.: Annette Kopetzki)

Ruth Titz-Weider

Ruth Titz-Weider

rezensiert für den Borromäusverein.

Drei Lichtjahre

Drei Lichtjahre

Andrea Canobbio
Rowohlt (2017)

444 S.

MedienNr.: 590496
ISBN 978-3-498-00943-4
9783498009434
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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