Ruf nach Veränderung
Sophie ist mit Anton, einem Juwelier verheiratet und lebt zusammen mit zwei Stiefkindern in München. Zugleich ist sie Abgeordnete der katholischen Zentrumspartei und verbringt viel Zeit in Berlin. Man schreibt das Jahr 1928, und Anton will, dass seine
Frau ihre Zeit in München verbringen soll; damit kann sich die promovierte Juristin nicht abfinden und es kommt zu Schwierigkeiten in der Beziehung. Sie pflegt eine gute Freundschaft zu Marlene, einer Mitparlamentarierin. Marlene führt die Anwaltskanzlei ihres Vaters weiter, hat jedoch keine Zulassung als Anwältin; dafür ist dann der Kollege Max zuständig. Die beiden Frauen engagieren sich für ein Kinderheim und bei der Aufklärung des Mordes an zwei jungen Männern. Der Prozess wird als "Schüler-Tragödie von Charlottenburg" begonnen. Sie helfen dem ihrer Erkenntnis nach ungerecht angeklagten Schüler und übernehmen seine Verteidigung. Unterstützt werden sie dabei von dem Jesuiten Pater Leonard. Der gemeinsame Kampf für die Rechte der Schwächsten bringt Sophie und Leonard einander näher, vielleicht zu sehr. - Micaela Gabriel hat dem Schicksal der Frauen in der damaligen Zeit erneut (s. Bd.1: BP/mp 22/721) ein Denkmal gesetzt und ein Bild mutiger Frauen gezeichnet. Sehr zu empfehlen.
Elfriede Bergold
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ruf nach Veränderung
Micaela A. Gabriel
Rowohlt Polaris (2022)
Die Frauen vom Reichstag ; [2]
428 Seiten
kt.