Broken prince
"Ich komme mit allem zurecht. Außer mit Lügen und Verrat." So klar formuliert Maximilian seine Bedürfnisse und macht es Sophia damit zunehmend schwerer, das in Band 1 (BP/mp 25/757) erstellte Lügenkonstrukt aufrechtzuerhalten. Eigentlich wollte
sie ihm nur nahekommen, um das Verschwinden ihrer besten Freundin aufzuklären, doch jetzt hat sie auf einmal echte Gefühle für ihn. Verkompliziert wird die Lage dadurch, dass sich die Situation immer mehr zuspitzt und Sophia bei ihrer Recherche in einige Minenfelder getreten ist. Somit ist auch der abschließende Band der Dilogie sehr spannend, doch die Leichtigkeit, die im Auftaktband mitgeschwungen ist, fehlt nun. Auch die von Verlust geprägte Vergangenheit beider Protagonisten rückt mehr ins Zentrum des Geschehens und macht es ihnen schwerer, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dadurch sind ihre Charaktereigenschaften allerdings sehr nachvollziehbar und auch ihr Verhalten kann so zumindest erklärt werden, wenn auch nicht immer entschuldigt. Erst im Verlauf des Buches zeigt sich, ob die beiden ihre Vergangenheit hinter sich lassen und lernen können, wieder zu vertrauen, bevor es gegen Ende noch einmal richtig spannend wird. – Insgesamt ein gelungener Abschluss des Zweiteilers, der nochmals mit viel Spannung, sowohl in der Handlung als auch im Zwischenmenschlichen, aufwartet.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Broken prince
Anya Omah
Kyss (2025)
504 Seiten
kt.