Schmerz
Was hat sich die Autorin wohl gedacht, als sie dieses Buch plante? Etwas wie: "Heute nehme ich mal einen Serienmörder. Er ist schon seit 40 Jahren tot, aber aktuelle Morde verweisen auf ihn, das verwirrt. Gut. Hmm, wie kriege ich noch Spannung rein?
Lass uns eine, nein, zwei Töchter hinzufügen - die eine eine Mörderin, sitzt im Gefängnis, ist aber trotzdem wichtig für die Lösung (Ich muss sie dann gegen Ende auch irgendwie aus dem Knast kriegen ...). Die andere Tochter, wie mache ich sie interessant? Ach, sie kann keinen Schmerz empfinden und, ja klasse, sie arbeitet als Schmerztherapeutin. Schicke ich doch meine Protagonistin, die die Nachahmertaten untersucht, zu ihr in Behandlung und dann hängt alles irgendwie zusammen. Ja, so mache ich das." Und dann hat man plötzlich einen solchen Thriller vor der Nase. Empfohlen nur bei sehr großem Bedarf an durchschnittlichen Thrillern. (Übers.: Michael Windgassen)
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Schmerz
Lisa Gardner
Rowohlt Taschenbuch Verl. (2015)
rororo ; 26924
476 S.
kt.