Gekapert

Mogadischu 2006: Die Stadt ist vom Bürgerkrieg gezeichnet, die Bevölkerung im Zustand der Resignation. Malik, ein seit Jahren in Amerika lebender Journalist, reist mit seinem Schwiegervater Jebleeh, der seine alte Heimat besuchen will, in die Hauptstadt Gekapert Somalias, um die Zustände in einem Bürgerkriegsland zu erforschen und über die Hintergründe der somalischen Krise zu berichten. Zur selben Zeit befindet sich auch sein Bruder Ahl, der auf der Suche nach seinem Stiefsohn ist, in der Krisenregion am Horn von Afrika. Ahl befürchtet, dass der plötzlich aus Minnesota verschwundene orientierungslose junge Mann von radikalen Islamisten ausgebildet werden soll. Die beiden Brüder, die von Freunden der Familie aufgenommen werden, finden ein kaputtes Land vor, das immer tiefer in Armut und Terror versinkt, und werden in die Wirren des Bürgerkriegs hineingezogen. - Der seit 40 Jahren im amerikanischen Exil lebende Nuruddin Farah zeichnet mit großem Einfühlungsvermögen ein düsteres Bild seiner gebeutelten alten Heimat Somalia. Fast im Stil einer Reportage berichtet der Autor über die Gewalt der islamistischen Al-Schabaab-Miliz und die auf dem Rücken der somalischen Bevölkerung ausgetragenen Konflikte zwischen Warlords und Clans, international organisierten kriminellen Banden und Supermächten, einheimischen und globalen Geschäftsinteressen. Ein sehr informatives, aufrüttelndes, aber auch verstörendes und politisch brisantes Buch, sehr empfehlenswert für alle Büchereien. (Übers.: Susann Urban)

Günther Freund

Günther Freund

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Gekapert

Gekapert

Nuruddin Farah
Suhrkamp (2013)

463 S.
fest geb.

MedienNr.: 381133
ISBN 978-3-518-42362-2
9783518423622
ca. 26,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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