Jenes andere Leben
Die Somalierin Bella arbeitet als Fotografin in Rom und auf der ganzen Welt. Als ihr Bruder Aar bei einem Anschlag in Mogadischu ums Leben kommt, reist sie nach Kenia, um sich um dessen halbwüchsige Kinder zu kümmern. Doch es kommt zum Rechts- und
Erbstreit mit Aars Ex-Frau Valerie, die Mann und Kinder einst verließ, um mit einer Frau zusammen zu leben. - Nuruddin Farah, einer der bedeutendsten afrikanischen Schriftsteller, verarbeitet in diesem Roman die politische Situation Somalias, außerdem geht es um Homosexualität und Familie. Leider sind die Figuren sehr schematisch gezeichnet: Valerie die Böse, Bella die Gute, für Entwicklung ist kein Platz. Eigentlich geht es in "Hiding in Plain Side" (Originaltitel), darum, was die Figuren verbergen und was sie die Umwelt sehen lassen. Wenn die Dialoge nicht so schrecklich hölzern wären, und man nicht das Gefühl hätte, dass der Autor Themen referiert, dann könnte man dieses Buch empfehlen. So nur für Leser/innen mit Interesse an zeitgenössischer afrikanischer Literatur - in ausgebauten Beständen. (Übers.: Susann Urban)
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Jenes andere Leben
Nuruddin Farah
Suhrkamp (2016)
382 S.
fest geb.