Mai 1945: Das absurde Ende des »Dritten Reiches«
Gibt es hierzu noch etwas Neues? Die Geschichte des "Dritten Reiches" gilt schließlich als die besterforschte Epoche in der Geschichtswissenschaft. Der Historiker Gerhard Paul hat sich auf die letzten Wochen des "Dritten Reichs" konzentriert, einen
in der Erinnerungskultur unseres Landes wenig reflektierten Zeitraum. Vielleicht, weil die knapp vier Wochen zwischen dem Selbstmord Hitlers und der Kapitulation der Regierung Dönitz nur schwer auf einen Begriff zu bringen sind. Der Autor nähert sich dem Absurden, Operettenhaften dieses "Untergangsstücks" denn auch teilweise mit Versatzstücken des Showbusiness. Teils Theater, teils Groteske und dabei immer Tragödie. Die Opfer des Wahns jener Periode erfahren durchgehend eine würdige Erinnerung. – Dem Autor gelingt es auf bemerkenswerte Weise, Zeitgeschichte dicht und doch spannend aufzubereiten. Kapitelüberschriften wie "Thusnelda goes Immenhof" oder "Mickey Mouse & Sarotti-Mohr" machen Lust aufs Lesen ohne dabei den Ernst der Themen auf unangebrachte Weise zu parodieren. Der Leser darf keine wissenschaftliche Dokumentation erwarten, vielmehr wurden Berichte von Zeitzeugen, Lokalnachrichten und seltenes Archivmaterial gekonnt verwoben. Das Werk ergänzt mit seinem lebhaften Stil jeden Bestand zum Thema Dittes Reich/Zweiter Weltkrieg.
Werner Wagner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Mai 1945: Das absurde Ende des »Dritten Reiches«
Gerhard Paul
wbg Theiss (2025)
336 Seiten : Illustrationen, Karten
fest geb.