Rosa Schleim

Ein "roter Wind" bringt vom Meer her eine tödliche Krankheit, die mit großem Fischsterben begonnen hat und nun alle Einwohner der Hafenstadt bedroht. Die Reichen sind ins Landesinnere geflüchtet, die Infrastruktur ist zusammengebrochen, es gibt Rosa Schleim kein sauberes Wasser mehr und als Nahrung fast nur noch "rosa Schleim", ein Abfallprodukt der Fleischindustrie (eine Anspielung auf ein reales amerikanisches Produkt). Die Ich-Erzählerin bleibt in der Stadt und kümmert sich gelegentlich um ihren Ex-Mann, der infiziert im Krankenhaus liegt, und um ihre Mutter, die das Haus von Reichen hütet. Vor allem aber kümmert sie sich um einen kleinen Jungen mit einer seltsamen Behinderung: Er kann sein Hungergefühl nicht kontrollieren und muss ständig essen. Die Protagonistin schützt ihn vor sich selbst. Sie erzählt von ihrem komplizierten Leben in der Epidemie und unterbricht diese Erzählung durch Erinnerungen an eine Zeit, in der die Umwelt und ihre Liebesbeziehung noch intakt waren. Als die Stadt immer leerer und schließlich evakuiert wird und auch ihre Bindungen gekappt sind, steht sie vor der Frage, was sie eigentlich will. Ziellos macht sie sich auf in Richtung der Berge. Die bekannte südamerikanische Autorin beschreibt diese schreckliche Welt in einer poetischen Sprache, in der sie das Gefühl des verlorenen Paradieses vermittelt. Eine verstörende Dystopie für anspruchsvolle Leser/-innen.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Rosa Schleim

Rosa Schleim

Fernanda Trias ; aus dem Spanischen von Petra Strien
claassen (2023)

282 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 751586
ISBN 978-3-546-10067-0
9783546100670
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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