Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet
Lea lebt seit vielen Jahren in Deutschland und verfügt über einen Universitätsabschluss, doch seit der Geburt ihres Sohnes und mit russischem Pass tut sie sich schwer, einen guten Job zu finden. Von der freien Stelle als Mitarbeiterin in einem Verlag
erhofft sie sich finanzielle Unabhängigkeit, um sich perspektivisch von ihrem Ehemann trennen zu können. Zum Vorstellungsgespräch wird sie in ein abgeschiedenes Luxushotel in den Bergen eingeladen, das keine Wünsche offenlässt. Zwischen Dinnern und Wellnessbereich steckt sie mit ihrem potenziellen Vorgesetzten schnell mitten in der Aufklärung des plötzlichen Todes eines anderen Hotelgasts, spricht mit dem Hotelpersonal und realisiert, welche Prioritäten sie in ihrem eigenen Leben setzen möchte. – Lea steht im Mittelpunkt des Romans, doch auch ihr wohlhabender Gastgeber und die Reinigungskräfte bzw. Küchenmitarbeiterinnen Vera, Jana und Hana kommen zu Wort. So tritt die Schere zwischen arm und reich in der beinahe bizarren Umgebung umso deutlicher zum Vorschein. Ein Roman mit klaren Botschaften, aber eher sprunghafter, fragmentierter Handlung – für größere Bestände.
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet
Slata Roschal
claassen (2026)
159 Seiten : Illustrationen
fest geb.