Spiel das Spiel
Kayden, ein junges Mädchen mit algerischen Wurzeln, wohnt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in den Banlieues von Paris. Der Vater hat sich früh der Verantwortung entzogen. Kayden und ihr Freundeskreis besuchen ein Gymnasium, eine ZEP
(abgekürzt für „Zone d‘Education Prioritaire“, eine Schule in einem sozial schwachen Viertel). Die Jugendlichen interessieren sich für Musik, Mode und Sport, weniger für den Unterricht, und sind auf der Suche nach sexueller Orientierung. Sami macht eine duale Ausbildung zum Friseur, Nelly brennt für die Leichtathletik, Djenna kämpft gegen soziale Ungerechtigkeit und Kayden liebt das Schreiben. Als die neue Französischlehrerin Madame Garance Fontaine einen Text von Kayden liest, fängt sie an, das Talent des Mädchens zu fördern. Plötzlich interessiert sich das Mädchen für den Unterricht. Ihre Noten verbessern sich und die Schule schlägt eine Bewerbung an einer Elitehochschule vor. Madame Fontaine bereitet Kayden auf die Aufnahmeprüfung vor. Kayden entwickelt Gefühle für ihre Lehrerin, beide schreiben sich regelmäßig Nachrichten. Erst spät begreift Kayden, dass Madame Fontaine nach anderen Regeln spielt als sie selbst. – Daas fragt nach den Regeln des Milieus, aus dem wir kommen und erzählt von den Schwierigkeiten eines Aufstiegs. Ihr Coming-of-Age-Roman thematisiert Rassismus, aber auch Solidarität in Familie und Freundeskreis, sowie queere Beziehungen. Die tagebuchartigen Texte, die Kayden zur Selbstvergewisserung schreibt, sind kursiv gedruckt. Große Empfehlung!
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Spiel das Spiel
Fatima Daas ; aus dem Französischen von Sina de Malafosse
claassen (2026)
190 Seiten
fest geb.