Die Ballade der Lila K

Der Roman spielt in der nahen Zukunft in einem rigorosen Kontrollstaat: Lila K wächst in einem Heim auf. Im Alter von fünf Jahren wurde sie eingeliefert, traumatisiert, unterernährt und misshandelt und erinnert sich nur, dass ihre Mutter von schwarzen Die Ballade der Lila K Männern weggebracht wurde. Sie lebt unter ständiger Überwachung durch Videokameras. Solange sie sich an die Regeln hält, geht es ihr gut. Sie täuscht Anpassung vor und bemüht sich, ihre Panik vor dem Kontakt mit anderen Menschen zu überwinden. Als Volljährige entlassen ist sie besessen von der Erinnerung an ihre Mutter und versucht, heimlich herauszufinden, was vor ihrer Einlieferung ins Heim passiert ist. Nur wenigen Menschen vertraut sie: ihrem Lehrer im Heim und ihrem späteren Chef, der ebenfalls das Kontrollsystem kritisch sieht und ihr hilft, die Akten über ihre Mutter zu finden. Der Roman zeichnet ein erschreckendes Bild eines Überwachungsstaates, aber auch das Bild einer jungen Frau, die sich mühsam ihre Eigenständigkeit erobert und deren Liebe zu ihrer verschollenen Mutter auch nach schockierenden Enthüllungen nicht nachlässt. Die Geschichte der zunehmenden geistigen Unabhängigkeit und vor allem der emotionalen Entwicklung Lilas geht zu Herzen und lässt den Leser nicht los. Ein bewegender Roman für nervenstarke Leser. (Übers.: Patricia Klobusiczky)

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Ballade der Lila K

Die Ballade der Lila K

Blandine Le Callet
Ullstein (2012)

364 S.
fest geb.

MedienNr.: 357521
ISBN 978-3-550-08871-1
9783550088711
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.