Mädchen aus Papier

Nachdem Maris Schwester Annika jahrelang verschwunden war, kehrt sie als 17-Jährige zu ihrer Familie zurück. Für Mari ist das ein schwerer Schock. Jahrelang wurde sie von ihren Eltern zum Besuch von Selbsthilfegruppen gezwungen und hatte sich insgeheim Mädchen aus Papier damit abgefunden, nur ein schlechter Ersatz für ihre drei Jahre ältere Schwester zu sein. Doch mit Annikas Rückkehr wird das Familienleben nur noch schlimmer, und Mari hat das Gefühl zu ersticken. Die Eltern schleichen mit äußerster Vorsicht um Annika herum und Gespräche finden kaum noch statt. Für Mari gibt es nur noch einen Ausweg: Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole klaut sie das Auto von Clementines Eltern und fährt nach Italien, um dort Spuren von Oles verschwundenem Bruder zu finden. Dieser Roadtrip wird für alle drei Jugendlichen zu einem augenöffenden Erlebnis. - Der spannende Jugendroman behandelt die familiäre Integration eines verlorengeglaubten Kindes aus der Sicht der Geschwister. Die Eltern sind zweifach überfordert, einerseits sich selbst das Verschwinden des Kindes zu vergeben und andererseits nun ein für sie völlig fremdes Kind aufzunehmen und kennenzulernen. Dabei übersehen sie völlig den Konflikt, dem das immer vorhandene Kind gegenübersteht, bis dieses Maßnahmen ergreift, um selbst gesehen zu werden. Das Buch nimmt sich dieses schwierigen Themas einfühlsam und mit einem sehr guten Blick auf die Gefühle von Teenagern an - empfehlenswert.

Stefanie Simon

Stefanie Simon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Mädchen aus Papier

Mädchen aus Papier

Sina Flammang
cbt (2017)

345 S.
fest geb.

MedienNr.: 589367
ISBN 978-3-570-16460-0
9783570164600
ca. 16,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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