Die Milch macht's!
Milch und Milchprodukte gelten in der westeuropäisch geprägten Welt als unverzichtbare Lebensmittel. Gegen diese Auffassung kämpft die Autorin und klagt insbesondere die US-amerikanische Milchindustrie und ihre geschickte Lobbyarbeit an. Ihrer Auffassung
nach sind Milch und die industriell veränderten Milchprodukte keine essenziellen Nahrungsmittel, sondern machen eher krank, z. B. übergewichtig oder zuckerkrank. Ohnehin seien 75% der Erwachsenen intolerant, außerdem fördere Milch Entzündungen und stehe im Verdacht, krebserregend zu sein. Deshalb solle man auf Milch gänzlich verzichten und sie durch andere Lebensmittel ersetzen, fordert die Autorin. Ein Vorschlag ist Brokkoli mit einem ähnlich spezifischen Kalziumgehalt wie Milch. Das Buch ist eine emotionale Reportage, in der die Autorin keinen objektive Darstellung des Lebensmittels Milch und seiner industriellen Folgeprodukte aus Sicht der Ernährungswissenschaft versucht, sondern ein Feldzug gegen die US-Milchindustrie, die nicht unbedingt den europäischen Verhältnissen entspricht. Vielleicht sind die Rezeptvorschläge für eine milchfreie Ernährung noch das Wertvollste an diesem Buch. Nicht empfehlenswert.
Ruth Titz-Weider
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Milch macht's!
Alissa Hamilton
Riemann (2015)
350 S.
kt.