Das Paradies möglicherweise
Schauplatz ist ein weites Feld, ein Fluss, ein paar Zelte samt Bewohnern, die kommen und gehen. Ein namenloser Ich-Erzähler hat sich seinen Zeltplatz ausgesucht und beobachtet alle Neuankömmlinge mit Argwohn. Er genießt Ruhe und Frieden in dieser
neuen Siedlung. Die unterschiedlichsten Gruppen kommen, stellen ihre Zelte auf, beanspruchen Platz, versuchen Regeln zu erstellen, manche gehen wieder, manche sind untätig, manche perfekt organisiert. Eine Art Guru in weißem Gewand agiert wie ein König und wählt sich auch die schönste Frau. Später erscheint ein Messias, der Guru muss weichen. Bald werden Minderheiten ausgewählt, die verfolgt und vertrieben werden sollen. Räuber und Usurpatoren tauchen auf, Gesetze werden erlassen. Machtgier und Gewalt machen sich breit. - Der Ich-Erzähler ist ein ungerührter Beobachter, er registriert alles. Das (mögliche) Paradies verliert Stück für Stück seine Unschuld. Mit viel Lust auch am Absurden - die Episode von zu viel Milchpudding im Lager ist herrlich ironisch! - zeichnet das Buch eine Parabel von der Sehnsucht der Menschen nach friedlicher Gemeinschaft, dargestellt in einer Welt im Miniaturformat. Politisch Interessierten empfohlen.(Übers.: Sylvia Spatz)
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Paradies möglicherweise
Magnus Mills
Carl`s Books (2016)
220 S.
fest geb.