Die Elenden von Lódz

1939 wird im polnischen Lódz ein Ghetto für die dort lebenden 320.000 Juden errichtet. Die Nazis setzen einen "Judenältesten" ein, Mordechai Chaim Rumkowski, der für die Selbstverwaltung verantwortlich ist. Diesem gelingt es, den Bewohnern Arbeit Die Elenden von Lódz zu geben, und aus dem Ghetto eine für die Deutschen wichtige Arbeiterstadt zu machen. Rumkowski ist aber auch verantwortlich für die Auswahl der Juden, die zur Zwangsarbeit geschickt werden müssen oder die für die Deportation bestimmt sind. Historisch belegt ist auch die Tatsache, dass er das von ihm gegründete Kinderheim genutzt hat, um Kinder zu missbrauchen. War er nun ein geschickter Taktiker, dem es gelang, Deportationen hinauszuschieben oder zu reduzieren, oder war er ein Verräter, der selbstherrlich entschied und nur auf seine eigene Machterhaltung bedacht war? - Der schwedische Autor versucht in seinem Roman, den "menschlicheren" Aspekt Rumkowskis herauszustellen, ohne die historischen Fakten zu verschweigen. Auf der Basis der historischen Personen und der Zeitdokumente schildert er das Schicksal einiger Ghettobewohner und schafft ein erzählerisches Werk, das erschüttert und nur schwer zu ertragen ist. Ein wichtiges Zeitdokument für größere Bestände. (Übers.: Gisela Kosubek)

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Elenden von Lódz

Die Elenden von Lódz

Steve Sem-Sandberg
Klett-Cotta (2011)

651 S.
fest geb.

MedienNr.: 351858
ISBN 978-3-608-93897-5
9783608938975
ca. 27,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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