Natur und Wesen von Mittelerde
Der Tolkien-Experte Carl Hostetter hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Nachlass zu sichten und die letzten Fragen zu den inneren Zusammenhängen Mittelerdes zu klären. Autorisiert von und in engem Kontakt mit Tolkiens Sohn Christopher arbeitete Hostetter
nach eigener Aussage rund 25 Jahre lang an diesem Projekt. Als Quelle bekam Hostetter ein Bündel von Fotokopien verschiedener hand- und maschinengeschriebener Materialien. Diese Handschriften werden zu Beginn der Kapitel jeweils genauer beschrieben, zum Beispiel "schwarze Pünktchen mit einer schmalen Schreibfeder auf den Rückseiten der Terminkalenderblätter". Das Werk besteht aus drei Teilen mit Abkürzungsregister und Glossar, im ersten Teil geht es um "Zeit und Altern". Im zweiten Teil um "Körper, Verstand und Geist". Im dritten Teil um "Die Welt und ihre Länder und Bewohner". Das erste Kapitel besteht fast vollständig aus diesen Materialien. Der zweite und dritte Teil beziehen sich auf drei Hauptquellen, dem Konvolut von späten philologischen Schriften, Material aus Tolkiens Arbeiten zu seinen erfundenen Sprachen und besonders im dritten Teil Material, das der Herausgeber im Lauf der Jahre in den Hauptarchiven für Tolkien-Manuskripte in Oxford und Milwaukee zusammengetragen hat. - Was für ein schöner Nachlassschatz dieses größten aller Fantasy-Autoren, unvergänglich und edel wie die von ihm geschaffene Welt. Eine Pflichtlektüre für die wahren Tolkien-Fans, die anderen Werke des Autos, der Hobbit, Herr der Ringe und vor allem das Silmarillion sind allerdings unbedingt Voraussetzung für das Verständnis. Nicht mehr und nicht weniger ein opulentes, ambitioniertes Werk für absolute Tolkien-Liebhaber.
Carolin Ahrabian
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Natur und Wesen von Mittelerde
J.R.R. Tolkien ; herausgegeben von Carl F. Hostetter ; aus dem Englischen von Helmut W. Pesch und [einer weiteren]
Klett-Cotta (2021)
719 Seiten : Illustrationen
fest geb.