Die echtere Wirklichkeit
Aletheia, die griechische Göttin der Wahrheit, ist Namensgeberin einer revolutionären Vereinigung in Wien, die sich zum Ziel gesetzt hat, einen großen aufsehenerregenden Anschlag durchzuführen. Byproxy, querschnittgelähmt, die auf der Straße
lebt, gelingt es nach mehrmonatiger Probezeit, während der sie zu Hausarbeit und philosophischen Studien gezwungen wird, in das Kollektiv aufgenommen zu werden. Zu ihm gehören Bernward, erfolgloser Philosoph, Brigitte, Erbin eines Milliardenvermögens, Bettina, die "Chirurgin", Spezialistin für Sprengsätze, und Paul, vorbestrafter Landgasthaus-Erbe – und eben Byproxy (der Name leitet sich von einer psychischen Störung ab), die so ganz nebenbei erfolgreich Computerspiele programmiert. In Rückblenden erzählt Raphaela Edelbauer die Geschichte Byproxys und ihrer verstorbenen Freundin Dorothee. Doch die spannende Frage bleibt: Wer ist Byproxy wirklich? Und der Roman endet mit einer grandios scheiternden gewalttätig blutigen Aktion. – Trotz aller Brutalität und mancher Verschrobenheit ein mit Humor und hintergründigem Witz geschriebener Roman. Für alle Leser, die sich für moderne Themen interessieren und auch bereit sind, sich auf Philosophie einzulassen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die echtere Wirklichkeit
Raphaela Edelbauer
Klett-Cotta (2025)
441 Seiten
fest geb.