Das M-Wort
Anne Rabe ist eine in Berlin lebende Dramatikerin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin. Aufgrund vieler persönlicher Begegnungen und Beobachtungen, die sie besonders im ländlichen Raum der ostdeutschen Bundesländer gemacht hat, kommt sie in diesem
essayistisch abgefassten Buch zu dem Schluss, dass der zu beobachtende gefährliche Rechtsruck in unserer Gesellschaft einhergeht mit einer zunehmenden Herabsetzung und Negierung moralischer Prinzipien und Grundsätze, die den politischen Mainstream der letzten Jahrzehnte bestimmten. Für die Autorin ist dagegen ein unbedingtes Festhalten und Bekenntnis zu solchen Prinzipien, insbesondere zur Gleichheit und Freiheit aller Menschen, Voraussetzung für einen Fortbestand unserer demokratischen Gesellschaft; eine Relativierung aufgrund einer Güterabwägung zwischen den Interessen verschiedener Gruppen lehnt sie ab. Ihre Ansichten untermauert sie mit Beispielen aus verschiedenen gesellschaftlichen Themenfeldern wie etwa der Geschlechtergerechtigkeit, der Flüchtlingsfrage, der Klimakrise, der Kluft zwischen Arm und Reich oder des Umgangs mit unserer schuldbelasteten Vergangenheit. Der Verlag hat für die Streitschrift einen etwas unglücklichen Titel gewählt, da der Begriff "M-Wort" eigentlich bereits anders besetzt ist. In sehr großen Büchereien kann diese jedoch als ein Beitrag zum aktuellen Diskurs zur Zukunft unserer demokratischen Gesellschaft angeboten werden.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das M-Wort
Anne Rabe
Klett-Cotta (2025)
218 Seiten
fest geb.