Die Unerwünschten
"Wir haben unsere Kinder kaputtgemacht. Zu ihrem eigenen Besten." Dimitri Verhulst erzählt zwei Geschichten, die unter die Haut gehen: vom Selbstmord einer Frau und vom Mord eines Paares an seinen beiden Kindern. Die Unerwünschten, das sind die Heimkinder,
das waren die Mörder und die Selbstmörderin - nicht nur in dem Buch, denn sein Untertitel lautet: "Zwei Geschichten nach wahren Begebenheiten". Der Autor war selbst jahrelang ein Heimkind und spricht direkt, schonungslos, in klarer, derber Sprache, zuweilen rüde und ohne Rücksicht, Respekt oder Diskretion vor Institutionen. Er erzählt von den Demütigungen und der Einsamkeit, von Erniedrigung und Selbstbetrug und davon, wie eine Gesellschaft die Einsamen alleine lässt, sowie von der unaussprechlichen Gedankenwelt der Im-Stich-Gelassenen. Ein schwer zu ertragendes Buch. Ein Buch mit einem ganz besonderen Stil und Inhalt. (Übers.: Rainer Kersten)
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Unerwünschten
Dimitri Verhulst
Luchterhand (2016)
141 S.
fest geb.