Innerstädtischer Tod

Der aufstrebende Künstler Fabian Kolb erhält in einer berühmten Berliner Galerie eine Einzelausstellung, von der er sich seinen internationalen Durchbruch erhofft. Dazu reist seine schon längst zerrissene Familie nach Berlin. Es ist der 9.11.2022, Innerstädtischer Tod die Corona-Pandemie scheint gerade überwunden, aber der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ruft neue Angst hervor. Am Tag der Ausstellungseröffnung erscheint darüber hinaus ein Artikel mit Missbrauchsvorwürfen gegenüber dem Galeristen, der zu feministischen Demos führt. Fabian flieht aus der Galerie und stellt sein momentanes künstlerisches Schaffen in Frage. – Ein hochaktueller und literarisch gelungener Roman, der sich in vielen Bildern an realen Geschehen und Personen orientiert, wenn auch manchmal etwas zu plakativ. Intensiv werden die Gedanken oder Gespräche einiger Protagonisten, etwa eines führenden AfD-Abgeordneten oder eines katholischen Priesters, einem Bruder des Künstlers, geschildert, die auch aufzeigen, dass alle handelnden Personen in ihren Ängsten und in ihrer "Bubble" gefangen sind. Der Roman beschreibt auf eine intelligente Art die Schwierigkeiten und das Auseinanderdriften unserer Gesellschaft, eine Leseempfehlung.

Michael Sanetra

Michael Sanetra

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Innerstädtischer Tod

Innerstädtischer Tod

Christoph Peters
Luchterhand (2024)

300 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 753880
ISBN 978-3-630-87747-1
9783630877471
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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