Fable for the end of the world
Das Buch setzt intensiv in einer dystopischen, verseuchten Welt ein, die jeglichen Lebewesen das Überleben schwer macht. Auch die Menschen leiden, denn der über alle herrschende Großkonzern Caerus macht sich die Armut der Bevölkerung zunutze, um
diese unter Kontrolle zu halten. Da Schulden tödlich sein können, setzen Inesa und ihr Bruder Luka alles daran, keine anzuhäufen, um nicht als sogenannte "Lämmer" zu enden, die in einem brutalen Lauf vor "Engeln" fliehen müssen und versuchen, zu überleben – während die Bevölkerung im Live-Stream zusieht. Doch eines Tages wird Inesa unerwartet als Lamm nominiert, denn ihre Mutter ist hoch verschuldet und hat sie zu einem Lauf angemeldet. Somit beginnt der Horror für Inesa, die schon bald auf ihren Engel Melinoë trifft. Eigentlich hätte dies das Ende sein müssen, jedoch geschehen unvorhergesehene Ereignisse, die Inesa und Melinoë dazu zwingen, zusammen – und nicht gegeneinander zu arbeiten, wobei sie sich langsam näherkommen. - Diejenigen, die Tribute von Panem gelesen haben, werden das System, das hinter den Läufen steht, wiedererkennen. In dem als Einzelband angekündigten Jugendroman wird das Menschliche in einer unmenschlichen Umgebung hervorgehoben und verdeutlicht, dass es leicht ist, Menschen nicht als solche zu sehen, wenn sie nicht erreichbar scheinen. Das abwechselnd aus beiden Perspektiven geschriebene Buch ist spannend, aber auch sehr brutal. Daher sollte man vor dem Lesen die Triggerwarnungen beachten.
Ann Christine Schröer
rezensiert für den Borromäusverein.
Fable for the end of the world
Ava Reid ; aus dem Amerikanischen übersetzt von Nadine Mannchen
Loewe (2025)
427 Seiten
kt.