Magnolia

Die junge schwarze Magnolia ist nach dem Tod der Großmutter allein, pleite, ohne richtigen Job und versucht, sich ihren übergriffigen Vermieter vom Hals zu halten. Da trifft sie auf einen gutaussehenden weißen Typen namens Cotton (!), der ihr das Magnolia Angebot macht, in seinem Beerdigungsunternehmen zu arbeiten. Es stellt sich heraus, dass Cotton nekrophil und seine Tante Eden (!), eine Visagistin, alkoholabhängig ist. Magnolia soll als Model die Identität verstorbener Mädchen annehmen, damit sich die trauernden Familien per Video von ihnen verabschieden können. Zunächst läuft das ganz gut und Magnolia verdient bestens, aber Cotton wird immer seltsamer, sodass Magnolia es schließlich schafft, ihren eigenen Weg zu gehen. – Der hochgelobte Debütroman entpuppt sich allerdings für die Rezensentin als ein Porträt einer ziemlich verkorksten 19-Jährigen, der ihre Großmutter als verwesender Leichnam immer wieder erscheint, um ihr Ratschläge zu erteilen, und die sich bei Problemen mit Sex abreagiert. Dafür bestellt sie sich über Tinder x-beliebige Typen, die es ihr auf unterschiedlichste Art “besorgen”. Zudem sind die Protagonisten fast durchgehend betrunken. Ob diese krasse Darstellung des Schicksals einer armen Schwarzen, die sich emporkämpfen muss, wirklich der Rassismus-Debatte dient und ein “bezauberndes Debüt” (New York Times) ist mit “originellen Einfällen” (Deutschlandfunk Kultur), hält die Rezensentin für fraglich. Für Büchereien ist dieser Roman jedenfalls verzichtbar.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Magnolia

Magnolia

Monica Brashears ; aus dem amerikanischen Englisch von Cornelia Holfelder-von der Tann
Ecco (2024)

350 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 618369
ISBN 978-3-7530-0065-7
9783753000657
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.