Der Tote im Kamin
Inspektor Grasby ist strafversetzt worden nach Elderby, ein abgeschiedenes Dorf im Norden Englands, wo es normalerweise nur kleine Delikte gibt. Doch gleich nach seiner Ankunft, als er sich beim örtlichen Adel in Holly House vorstellt, findet er eine
im Kamin eingeklemmte Leiche. Weitere Tote tauchen in dem verschlafenen Ort auf und mit seinem Sergeanten und einer amerikanischen Praktikantin versucht Grasby herauszufinden, was passiert ist. – Die Geschichte spielt in den 1950er Jahren mitten im Kalten Krieg. Der schrullige Inspektor, der nicht gern zu Fuß geht, dem aber mit seinem dem Zusammenbruch nahen Auto oft nichts anderes übrig bleibt, wohnt bei einer schrulligen Wirtin, die hexenhafte Züge hat. Die Sache wird kompliziert, als er von seinem Vorgesetzten in York beauftragt wird, die Ermittlungen nur zum Schein zu führen, denn es ginge um eine Sache “von nationaler Bedeutung und Sicherheit”. Dennoch gerät er von einem Schlamassel in den nächsten und muss feststellen, dass ausländische Geheimdienste in den Fall verwickelt sind. – Viel britische Atmosphäre mit kalten, frostigen Tagen, mit einer Wintersonne, die nicht wärmt, und krächzenden Raben in den Bäumen sorgen für ein passendes Stimmungsbild. Zusammen mit den exzentrischen Figuren und schwarzem Humor machen sie den Roman zu einem Lesevergnügen.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Tote im Kamin
Denzil Meyrick ; aus dem Englischen von Sibylle Schmidt
DuMont (2025)
381 Seiten
fest geb.