Das Haus der Türen
In Penang/Malaysia lebt Lesley Hamlyn zusammen mit ihrem Mann Robert. Ihre Ehe hat sich überlebt, als 1921 der erfolgreiche Schriftsteller William Somerset Maugham von existenziellen Ängsten getrieben seinen alten Freund Robert besucht. Lesley und
Willie kommen sich rasch näher. Zusammen mit ihm taucht Lesley in ihre Vergangenheit mit all ihren Erinnerungen ein. Sie reflektiert auf diese Weise ihre Erlebnisse in der Kolonialzeit: ihre Beziehung zu einem Chinesen, die Unterstützung chinesischer Aufständiger und weitere Erlebnisse. In Anbetracht der gesellschaftlichen Umstände muss sie alles weiter verbergen, um nicht ihre Existenz zu gefährden, wie sie am Beispiel einer Freundin erlebt. Somerset Maugham kämpft seinerseits mit seiner in dieser Zeit intolerablen Beziehung zu seinem Liebhaber. – Der sprachlich sensible Roman erzählt von den gesellschaftlichen Klippen der Kolonialzeit, abwechselnd aus der Sicht von Lesley und Somerset Maugham. Ein nachdrückliches intensives Bild der Zeit mit biografisch-literarischen Bezügen. Sehr empfohlen!
Susanne Körber
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Haus der Türen
Tan Twan Eng ; aus dem Englischen von Michaela Grabinger
DuMont (2025)
349 Seiten
fest geb.