Wiesenschaumkraut und Zitronenfalter
Als eine alte Frau von ihrer Wohnung aus den Karnevalszug anschaut, in dem auch ihre Urenkelin mitläuft, tauchen bei ihr Erinnerungen auf, in der sie selbst als Flüchtlingskind aus Ostpreußen und noch dazu evangelisch erzogen Probleme hatte, in
der neuen Heimat akzeptiert zu werden. In einer anderen Geschichte kommt ein alter Mann mit einer alten Frau ins Gespräch, der er die Vorzüge des Handys erklärt, mit dem er die Möglichkeit hat, täglich mit seiner im Heim lebenden Frau in Kontakt zu bleiben, die er in der Corona-Zeit nicht besuchen darf. Aktivitäten im Seniorenheim, psychologische Beratungen oder auch nur die Anzeige einer Goldhochzeit oder der Blick auf eine Engelsfigur sind Anlässe, die Schoofs Figuren an schöne Erlebnisse in ihrem Leben erinnern. Alle Geschichten machen Mut und erzählen von realistisch nachempfundenen Erlebnissen einer Generation, die ausstirbt. Ähnlich wie Ulrike Sträters Geschichten für ältere Menschen eignet sich dieses in Großdruck edierte Buch zum Vorlesen (nicht nur im Seniorenheim) und eigenständigen Lesen. Für alle, die Interesse am Leben älterer Menschen in unserer Zeit haben.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Wiesenschaumkraut und Zitronenfalter
Renate Schoof
Butzon & Bercker (2024)
143 Seiten
fest geb.