Stonehenge
Vor circa 2.500 Jahren steht auf der großen Ebene im südlichen England ein Holzkreis, mit dessen Hilfe die Priesterinnen den genauen Sonnenstand ermitteln und damit die Termine für die Jahreszeiten-Riten festlegen können. Das größte Fest ist
das der Sommersonnenwende, denn an diesem Tag beginnt das neue Jahr und alle Stammesgruppen treffen zusammen. Sie feiern gemeinsam, tauschen Nachrichten und Waren aus, häufig werden auch Lebensgemeinschaften geschlossen. Der junge Steinhauer Seft ist aus diesem Grund auf dem Weg zum Markt, er will seine große Liebe Neen treffen. Neens Schwester Joia ist Priesterin und träumt davon, den einfachen Holzkreis durch einen mächtigen, unzerstörbaren Steinkreis zu ersetzen. In Seft findet Joia den talentierten Baumeister, der willens ist, ihre Vision umzusetzen. Das Vorhaben der beiden stößt nicht überall auf Gegenliebe, doch davon lassen sich Joia und Seft nicht abschrecken. Es gelingt ihnen, genügend Anhänger um sich zu scharen, mit denen sie über die Jahre den Steinkreis errichten. Ken Follett hat in seinem neuen Roman die Theorie aufgegriffen, dass der Steinkreis in Stonehenge als Kalender das Jahr strukturierte. Er schildert anschaulich, wie eng Religion, Politik, gesellschaftliches Leben und bereits existierende Institutionen verknüpft sind, sich gegenseitig unterstützen oder hemmen. So hat z. B. die Änderung im Verhalten der Bauern direkte Auswirkungen auf das Leben des Hirtenvolkes und führt letztlich zu Auseinandersetzungen. Der unterhaltsame Roman ist mit fundiertem Fachwissen und detailliert geschrieben. Julian Horeyseck gibt der Geschichte eine einfühlsame und ausdrucksstarke Stimme. Das Hörbuch hat eine Hörzeit von 906 Minuten und ist für Büchereien mit interessierter Hörerschaft zu empfehlen.
Leoni Heister
rezensiert für den Borromäusverein.
Stonehenge
Ken Follett ; Julian Horeyseck liest ; aus dem Englischen übersetzt von Rainer Schumacher und [einem weiteren]
Lübbe Audio (2025)
12 CDs (circa 906 min)
CD