Wildhof
Lina ist 30 und muss das Haus ihrer Eltern auflösen. Sie hatten keinen Kontakt mehr, seit sie sich mit 18 mit ihnen überworfen hat und in die Großstadt gezogen ist. Jetzt sind beide bei einem Unfall ums Leben gekommen. Lina hatte eine Zwillingsschwester,
Luise, die verschwand, als sie 13 Jahre alt waren – Lina versteinerte, die Mutter flüchtete sich in den Alkohol. Während ihres Aufenthalts kämpft Lina mit den Geistern der Vergangenheit: Sie sieht ein Reh, das nur Luise und sie gesehen haben; ein vermoderter Ball, der seit dem Tag von Luises Verschwinden im Garten liegt, ist plötzlich wieder wie neu – es schleicht sich also etwas Fantastisches ins Geschehen, sowas muss man als Leser:in mögen. Die Geschichte läuft auf die Aufklärung des Verschwindens der Zwillingsschwester hinaus. Über allem steht die Erkenntnis, dass etwas Neues erst beginnen kann, wenn man die Vergangenheit versteht. – Ein gut geschriebener Roman mit fantastischen Elementen.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Wildhof
Eva Strasser
Verlag Klaus Wagenbach (2025)
202 Seiten
fest geb.