Die Familie
Martina wurde nach dem Tod von Mutter und Großmutter adoptiert. Nun sind es vier Kinder, die bei Vater Damián und Mutter Laura aufwachsen. Der Vater – angeblich Anwalt – achtet stets auf die gute Erziehung. Wie er sollen alle sich für das Gute
und die Gerechtigkeit einsetzen, Geheimnisse darf es nicht geben, sogar das Spielzeug muss seinen Richtlinien entsprechen. Der Schein muss immer gewahrt werden. Familienregeln, denen die Kinder sich heimlich zu entziehen versuchen und die doch ihr Leben prägen. – Autorin Sara Mesa schildert das Leben in dieser Familie aus verschiedenen Blickwinkeln. Ihr nüchterner Erzählstil schafft Distanz, was den Eindruck von Gefühlskälte noch mehr verstärkt. Der vorige Roman der Autorin ("Eine Liebe", BP/mp 23/157) wurde mit Preisen ausgezeichnet, dieser war in Spanien ein Bestseller. – Ein bedrückendes und beeindruckendes Buch.
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Familie
Sara Mesa ; aus dem Spanischen von Peter Kultzen
Verlag Klaus Wagenbach (2025)
235 Seiten
fest geb.