Schlafende Vulkane
Helga Jónsdóttir ist Isländerin, aber in Schweden aufgewachsen, und das lassen sie alle im Morddezernat spüren. Trotzdem wird ihr der Fall einer grausam ermordeten Frau angetragen. Zusammen mit dem hünenhaften Verkehrspolizisten Bjarki, den alle
nur Grettir, nach einer bärenstarken Sagengestalt nennen, ermittelt sie. Kurz darauf wird eine zweite Frau ermordet, die auf den ersten Blick nichts mit der ersten Toten gemein hat. Helga und Bjarki finden heraus, dass beide Frauen selbstbewusst und alleinerziehend waren. Doch erst ein Hinweis auf einen verdächtigen Fahrradfahrer führt die beiden ungleichen Ermittler auf die richtige Spur. Doch die Zeit läuft ihnen davon, denn der Täter hat bereits zwei weitere Opfer im Visier. – Der spannende Krimi entwickelt sich in rasantem Tempo, wenngleich die Identität des Täters sehr gekonnt lange verschleiert. Die Ermittlerfiguren sind vielfältige und interessante Charaktere, sowohl bei den Haupt- als auch bei den Nebencharakteren. Das karge, leicht düstere Setting Islands tut sein Übriges, um die Spannung zu steigern. Ein gelungener Krimi, der viel Nervenkitzel bietet.
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Schlafende Vulkane
Michael Hjorth, Bjarni Thorsson ; aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
Rowohlt Wunderlich (2026)
476 Seiten
fest geb.