In den Wäldern der Biber

Alina, Großstädterin mit einem ungeliebten stressigen Job, wird nach einem Streit mit ihrem Freund aus der gemeinsamen Wohnung geworfen. Ihr fällt nur ihr Großvater als Zuflucht ein, mit dem sie allerdings seit 18 Jahren keinen Kontakt mehr hat. In den Wäldern der Biber Sie versucht, sich an ihn und ihre Kindheit auf dem Land zu erinnern, denn „die Vergangenheit gehört genauso sehr zu einem wie die Gegenwart“. Der Großvater, der seine Enkelin bei sich aufnimmt, ohne viele Fragen zu stellen, lebt allein in seinem Haus am Wald, backt Brot, pflegt den Garten, kümmert sich um seine Hühner und beobachtet Biber. Wilde Blumen, rankende Brombeersträucher, Hühner mit dem Namen Martha: Man bekommt Landlust bei diesen Beschreibungen. Zuweilen gerät der Roman arg deskriptiv, da die Erzählerin jedes Detail festhält - es fühlt sich wie eine Auszeit von der Alltagshektik an. Alina beginnt, sich bei ihrem Großvater und seinen Nachbarn wohlzufühlen, begleitet ihn bei seinen Ausflügen und lernt viel über das Leben der Biber. Die Autorin erzählt von einer Frau, die in der Natur wieder zur Ruhe kommt und dort den Mut fasst, neue Pläne für ihr Leben zu schmieden - und, da sie ihren Kindheitsfreund Elias wiedertrifft, erhält auch die Liebe noch eine Chance. Ein wohltuender, ruhiger Erzählfluss und viele Naturbeschreibungen machen den Roman zu einem Wohlfühlbuch ohne Kitsch - eine schöne Großvater-Enkelin-Geschichte.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

In den Wäldern der Biber

In den Wäldern der Biber

Franziska Fischer
DuMont (2022)

319 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 610153
ISBN 978-3-8321-6592-5
9783832165925
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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