Wasserballetttage
Oskar Klein „wollte ein ganz Großer sein“ und hatte es auch fast geschafft - bis zur Bronzemedaille im Schwimmen bei den Olympischen Spielen. Doch seine sportliche Berühmtheit hat ihn von seiner Familie entfremdet, da er keine Zeit mehr für
sie hatte. Nun, in mittleren Jahren, ist er Bademeister im städtischen Schwimmbad, wo sein Tag aus Einsamkeit und „Immobilität“ besteht. Bis seine Mutter Zette, die in einem elsässischen Seniorenheim lebt, mit Hilfe von Tante Mu ihn mit einem Trick in die Heimat zurücklockt. Den beiden munteren alten Damen gelingt es zusammen mit der fantasievollen Köchin Mauricette, Oskar wieder etwas Lebensmut zurückzugeben und sich mit seinem Sohn zu versöhnen. Er nimmt eine Stelle als Wassergymnastik-Lehrer im Seniorenheim an, hat schnell Freude an seiner Arbeit und beginnt, das Leben in Gemeinschaft zu genießen, wobei die elsässische Küche eine große Rolle spielt. Vielleicht ist das Leben der Alten etwas zu rosarot gemalt, aber die Beschreibungen des Lebens im Altersheim, die dezente Botschaft, mit vielen fröhlichen gemeinsamen Aktionen können alte Menschen motiviert und aus ihrer Einsamkeit geholt werden, und der Genuss elsässischer Spezialitäten ist so mitreißend und amüsant geschildert, dass die Lektüre einfach ein Wohlgefühl vermittelt.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Wasserballetttage
Julia Mattera ; aus dem Französischen von Monika Buchgeister
eichborn (2023)
268 Seiten
fest geb.