Wellengrab
An einem Sommerabend fällt in einem Teil Schwedens der Storm aus. Zur selben Zeit wird ein spektakulärer Banküberfall verübt. Dann wird eine Frauenleiche gefunden, bei der sich erst nach einer zweiten Obduktion herausstellt, dass sie raffiniert
ermordet wurde. Zeugen dieser Verbrechen verhalten sich völlig eigenartig, scheinen alle etwas zu verbergen. Und dann verschwinden immer wieder Kinder und tauchen seltsam verändert wieder auf. Bald finden Kommissar Fabian Risk und sein Team heraus, dass alle Fälle zusammenhängen. Und je mehr sie in diesem Fall recherchieren, desto deutlicher wird: Dahinter steckt eine geheimnisvolle Organisation, die das gesamte politische und gesellschaftliche System Schwedens ins Wanken bringen will. Bei der Aufklärung geraten Falk selbst und seine Kollegen in akute Lebensgefahr. – Stefan Ahnhem gehört zu einem der meistgelesenen Krimiautoren Schwedens. Zeichneten sich einige seiner früheren Thriller durch übermäßige Brutalität aus, hat der Autor offenbar gelernt, dass man Spannung auch anders erzeugen kann. Das beweist er durch seinen neuesten Roman: Zwar geht es auch hier ordentlich zur Sache und er kommt nicht ohne drastische Szenen aus. Doch diesmal arbeitet der Autor viel mehr mit psychologischen Spannungsmomenten. Lässt man sich auf die ein wenig sehr konstruierte Story ein, hat man hier einen echten Pageturner in den Händen, den man erst nach 622 Seiten wieder aus den Händen legen kann. Für Ahnhem-Fans und Liebhaber skandinavischer Krimikultur ein Muss, für Leser spannender Thriller im Allgemeinen ebenfalls eine mitreißende Lektüre.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wellengrab
Stefan Ahnhem ; aus dem Schwedischen von Katrin Frey
Ullstein (2026)
623 Seiten
kt.