Das tote Brügge
Der Tod seiner geliebten Frau reißt Hugo Viane in ein tiefes Loch. Sie hat ihm alles bedeutet, er mag nicht ohne sie sein. Geblieben sind ihm ihre Kleider und vor allem ihr langer blonder Zopf. Er zieht sogar um; Brügge scheint ihm passend. Die Stadt
erlebt er als trist und wenig lebenswert, genauso ist es um seinen Gemütszustand bestellt. Den Zopf seiner Liebsten verehrt er wie eine Reliquie. Eines Abends macht er eine Zufallsbekanntschaft, er trifft auf die Tänzerin Jane, die seiner Frau verblüffend ähnlich sieht. Hugo ist fasziniert von ihr. Sollte seine Geliebte wieder zurück zu ihm gekommen sein? Doch Jane hat ein anderes Wesen. Er freundet sich mit der Frau an, versucht sie an sich zu binden, möchte sie in den Kleidern der Verstorbenen sehen. Das sorgt in der Stadt für Gerede … Hugo ist guten Mutes und mit seiner Stimmung scheint sich auch der Grauschleier über dem „toten Brügge“ zu lichten. Bereits Ende des 19. Jh. verfasste der Belgier Georges Rodenbach die Vorlage zu diesem Hörbuch, das die Grenzen zwischen Realität, Traum und Wunsch zu verwischen scheint. Schauspieler Oskar Ketelhut spricht die ungekürzte Lesung. Eher für größere Bestände zu empfehlen.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Das tote Brügge
von Georges Rodenbach ; gelesen von Oskar Ketelhut
audiolino (2025)
1 mp3-CD (circa 182 min)
mp3-CD