Kirgistan gibt es nicht

Jonas verschwendet keinen Gedanken an eine Rückkehr in sein Heimatland; er will immer weiter, will sich nicht festlegen. Lakonisch und nahezu gleichgültig beschreibt er, wie er in Kirgistan auf ein französisches Pärchen stößt und Olga aus der Kirgistan gibt es nicht Ukraine wiedertrifft, in die er sich verliebt. Aber sie lässt keine Nähe zu. Die vier ziehen ziellos zusammen weiter, bis Jonas' Fluchtinstinkt ihn weiter treibt. Eine Reisebeschreibung, auf der fast nichts passiert, keine Neugier die phlegmatischen jungen Menschen antreibt. "Andere Orte unterscheiden sich nicht groß von daheim", so Jonas' Fazit. Für ihn bedeutet Reisen "die Wiederholung des ständig Neuen, der Alltag zu Hause ist die Wiederholung des ständig Gleichen". Der junge Autor beschreibt in seinem Debutroman auf ironisch-böse Weise das Verhalten von Backpacker-Touristen, für die reisen Selbstzweck ist und die sich nicht wirklich für das fremde Land und seine Kultur interessieren. Leider liest es sich wie ein langgezogener Reisebericht ohne aufregende Geschehnisse. Ein Beitrag zum aktuellen "Coming-of-Age"-Thema, der die Rezensentin gleichwohl leicht gelangweilt hat.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Kirgistan gibt es nicht

Kirgistan gibt es nicht

Jan Sprenger
Rowohlt (2012)

238 S.
fest geb.

MedienNr.: 367350
ISBN 978-3-87134-750-4
9783871347504
ca. 18,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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