Akikos stilles Glück
Akiko Nakamura ist 29 Jahre alt, Single, und arbeitet als Buchhalterin in einer Werbeagentur. Ihre Mutter, wichtiger Bestandteil ihres Lebens, ist drei Jahre tot, als sie zufällig ihrem ehemaligen Schulkameraden Kento begegnet, der bereits seit 10
Jahren unbemerkt in ihrer Nähe wohnt. Akiko ist sehr nachdenklich, auf der Suche nach sich selbst, nach ihrem Wert, ihren Wünschen, findet in ihren vollkommen unterschiedlichen Freundinnen Naoko und Tomomi aber keine adäquaten Gesprächspartnerinnen. Mit Kento, der sich sozial völlig isoliert hat (ein Hikikomori), entsteht hingegen in gelegentlichen Treffen und Sprachnachrichten eine Vertrautheit, die es beiden ermöglicht, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und ihre Ängste und Träume in Worte zu fassen. So kann Akiko auch Frieden mit Ungereimtheiten in ihrer Kindheit und den Enttäuschungen im Zusammenleben mit ihrer Mutter schließen. Musik und Literatur sind Katalysatoren für Akikos Weiterentwicklung, besonders Kentos ausgewählte Haikus begleiten Aikikos Denken und Handeln. – Ein leises, tiefgründiges Buch über Liebe, Trauer, Freundschaft, mit Einblicken in die Gesellschaftsstruktur und in äußerst unterschiedliche Lebensentwürfe junger Menschen im modernen Japan.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Akikos stilles Glück
Jan-Philipp Sendker
Blessing (2024)
384 Seiten
fest geb.